Alatsee

Der Alatsee ist ein meromiktischer See sechs Kilometer westlich von Füssen in Bayern. Er liegt in einer schluchtartigen Senke nur etwa 80 Meter nördlich des Falkensteinkamms mit der Grenze zu Österreich sowie gut 500 Meter südlich des tiefer gelegenen Weißensees. Von diesem ist er durch den Unteren Weißenseeberg und den Burkenbichlberg getrennt. Er ist 490 Meter lang (Ost-West) und bis 290 Meter breit. Seine Fläche misst zwölf Hektar, und er ist maximal 32,1 Meter tief. Der See wird von Grundwasser gespeist, das nach Osten über den Faulenbach durch Obersee und Mittersee in den Lech abfließt.

 n 15 bis 18 Meter Tiefe weist der Alatsee eine leuchtend rote Schicht von Purpur-Schwefelbakterienauf. Oberhalb ist der See sauerstoffreich, darunter fast sauerstofflos.

Trotz des Sauerstoffmangels und der giftigen Stoffwechselprodukte der Purpur-Schwefelbakterien wurde wiederholt beobachtet, dass sich Fische direkt in die Schicht begeben haben bzw. offensichtlich unversehrt wieder daraus hervorkamen. Auch wurden sauerstoffbenötigende Lebewesen wie Süßwasserpolypen darin gefunden, ebenso Kolonien verschiedener Bakterienarten, die unter normalen Bedingungen nicht nebeneinander existieren können. Unterschiedliche Arten von Insektenlarven können ebenfalls in der schwefelhaltigen Schicht bzw. im schwefelhaltigen Schlamm überleben.

Zweiter Weltkrieg

Luftwaffentechniker haben auf und im Alatsee während des Zweiten Weltkrieges mit Unterwassermodellen der Focke-Wulf Ta 154Aerodynamik-Versuche durchgeführt. Im See findet man noch heute große Eisenstangen und -gestelle, die dafür benutzt wurden.

Unbewiesenen Gerüchten zufolge wurden gegen Ende des Zweiten Weltkrieges Goldschätze der Deutschen Reichsbank, die zuvor auf Schloss Neuschwanstein gelagert worden waren, auf dem Grunde des Alatsees versenkt. Diese Gerüchte sowie die militärtechnischen Versuche haben das Autorenteam Michael Kobr und Volker Klüpfel zu ihrem Allgäu-Krimi Seegrund der Reihe Kommissar Kluftingerinspiriert.

Insbesondere in den 1950er und 1960er Jahren wurden durch diese Gerüchte zahlreiche Schatzsucher und -taucher angelockt, die vieles illegal bargen, vorwiegend versenkte Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg. Ein Schatz oder andere Reichtümer wurden jedoch nicht gefunden. Der See ist heute zum Tauchen gesperrt. Sondergenehmigungen werden für wissenschaftliche Zwecke erteilt.

Mythen

Um den Alatsee ranken sich viele regionale Mythen und SagenFabelwesen sollen dort hausen sowie Gespenster umgehen. Unvorsichtige Wanderer würden in den See gezogen und in Erdspalten gelockt.

Da wiederholt große Mengen an Fischen starben und auch immer wieder Menschen verschwanden, gilt der See bis heute bei der einheimischen Bevölkerung als verrufener Ort. Diese Todesfälle sind jedoch höchstwahrscheinlich auf freiwerdenden Schwefelwasserstoff zurückzuführen.

Die einheimische Bevölkerung gibt an, dass es möglich sei, durch Erdspalten in der Umgebung des Sees bis nach Österreich zu gelangen.Aufgrund der Lage des Sees in einer engen Schlucht ergeben sich häufig starke Windströmungen, die zu Verwachsungen und Verkrüppelungen an Bäumen führen. Dies wird von Esoterikern als Zeichen vorhandener Kraftlinien und -felder gedeutet.